Vorüberlegungen des Herausgebers

Die Grundidee

Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der die alten Rollenzuweisungen "Mutter fürs Emotionale" und "Vater fürs Materielle" nicht mehr existieren. Kinder benötigen zweifellos beide Eltern für ihre emotionale Entwicklung. Jedes Jahr müssen in Deutschland ca. 300.000 Kinder unter einer Trennung der Eltern leiden. Dabei werden ca. 150.000 Kinder zu Halbwaisen, weil es in Deutschland möglich ist, Vätern den Kontakt zu ihren Kindern zu erschweren und teilweise ganz zu verwehren.
Dies liegt nicht zuletzt an der mangelnden Unterstützung, die Väter bekommen, und an der mangelnden Aufklärung der Väter, wie sie ihre Rechte und die Rechte ihrer Kinder wahrnehmen können.
Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der die Kinder ihr Recht auf Vater und Mutter als unentziehbares und unverzichtbares Grund- und Menschenrecht wirklich wahrnehmen können. Kinder sollen die Beziehung zu Vater und Mutter immer aufrechterhalten können, ohne dass ein Elternteil den Kontakt zu den gemeinsamen Kindern einschränkt bzw. boykottiert.
Um uns dieses Grundproblems in der deutschen Familienrechtsprechung anzunehmen, und Vätern einen Ratgeber mit an die Hand geben zu können wurde die Arbeit am "Väterkompass" im Mai 2007 begonnen.

Angaben zum "Väterkompass"

Unter dem Namen "Väterkompass" sollte ein Nachschlagewerk für Väter entstehen, mit dessen Hilfe diesen vor und nach einer Trennung von der Kindesmutter Hinweise, Ratschläge und Tipps gegeben werden für den richtigen Umgang mit der Situation unter vorrangiger Schwerpunktsetzung auf die Kinder.

Mütter erfahren bei einer Trennung vom Partner von allen Seiten Unterstützung. Väter werden oftmals beim Jugendamt und bei Gericht benachteiligt, und dies selbst dann, wenn gleiche juristische Grundlagen (gemeinsames Sorgerecht) vorhanden sind. Dabei wird immer wieder vergessen, dass die Kinder die Leidtragenden sind. Es darf nicht als Erfolg der Mutter hingenommen werden, wenn diese dem Vater die Kinder weitestgehend vorenthält. Kinder haben Mutter und Vater - und das ein Leben lang!

Um das Projekt mit Tatsachen zu untermauern, wurde ein Fragebogen mit 286 Fragen erarbeitet und deutschlandweit an Betroffene verschickt. Auszüge aus den Rückantworten wurden teilweise als Zitate in den "Väterkompass" eingearbeitet.

Ziel

Der "Väterkompass" soll das Ziel haben, Väter so umfassend zu informieren, dass sie dafür Sorge tragen können, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einzusetzen, dass die Kinder ihre Beziehung zu Vater und Mutter immer aufrechterhalten können und kein Elternteil den Kontakt zu den gemeinsamen Kindern einschränken bzw. boykottieren kann.
Ziel ist in keiner Weise der Kampf gegen die Mütter. Ziel ist nur eine Gleichberechtigung beider Eltern für die Kinder.
Die Zielgruppe sollen in erster Linie die von einer Trennung betroffenen Väter sein. Aber darüber hinaus soll der Väterkompass von Jugendamt-Mitarbeitern, Rechtsanwälten, Richtern usw. zur Kenntnis genommen werden, liegen doch dort oft die Ursachen für eine Ungleichbehandlung zwischen Vätern und Müttern.